Lehrgangsbericht zum Spring Camp 2026, 11. und 12.04.2026 in Brno (Tschechien)

Wir haben nun schon einige Erfahrungen mit Lehrgangsreisen auf das internationale Parkett gesammelt. Manila, Aarhus, Mailand, Comer See, Warschau, Brno – um nur einige zu nennen. Doch trotz der vermuteten Routine gibt es doch immer noch Überraschungen im Antritt. Darum seien an dieser Stelle zwei lehrreiche Anekdoten vorweggenommen:

Gerade war das Gepäck im Fond verstaut, Antje, Mandy, Torsten, Alex und Marko in den Prius sortiert und die ersten Autobahnmeter Richtung Brno befahren, da kam schon der erste Erweckungsmoment: Marko musste feststellen, dass sein Anzug als wichtigster Ausrüstungsgegenstand, im Trubel des Aufbruchs leider nicht den Weg in seine Tasche gefunden hatte. Umkehr keine Option. Doch zum Glück gab es Sportfreunde aus Penzberg, die mit zeitlichem Versatz ebenfalls zum diesjährigen Spring Camp aufbrechen wollten. Ein kurzes Telefonat mit Jonas hat gereicht und schon war eine zusätzliche Trainings-Garnitur auf den Weg gebracht.

Kurz nach Dresden folgte Erweckungsmoment Nummer Zwei: Torsten hatte die Maut für Tschechien noch nicht beantragt. Also letzte Autobahnausfahrt auf bundesrepublikanischem Staatsgebiet genommen und unter überraschten Blicken rastender Handwerker auf einem Dorfparkplatz noch schnell die Maut gebucht. Und erst dann, endlich, konnte sich diese Atmosphäre entspannter Erwartungshaltung, die so typisch für routinierte Reisestarts ist, im Automobil den erhofften Raum verschaffen.

Doch diese marginalen Turbolenzen konnten uns nicht die Freude an der Reise vergraulen. Denn die Lehrgangswochenenden bei Guro Dan Kroupa von Kombatan Czech Republic haben sich über die Jahre zu einer Institution entwickelt. Das liegt nicht zuletzt an der sehr gut erreichbaren Lage der Stadt für Teilnehmer aus Polen, Ungarn, Österreich und Deutschland. Auch die Austragungsstätte des Lehrgangs hat sich über die Jahre nicht verändert. Die denkmalgeschützte Turnhalle am Fuß des Spilbergs, zentral gelegen am Innenstadtring von Brno, ist mittlerweile ein Wohlfühlort geworden.

Im Frühling begleitet von den ersten Sonnenstrahlen und der Obstblüte im Burggarten – im Winter flankiert vom Weihnachtsmarkt im historischen Zentrum von Brno. Kombatan-Camp in Tschechien, das ist neben anspruchsvollem Training auch immer ein bisschen Urlaub. Da waren wir uns schon auf der Hinfahrt im Auto alle einig.

Trotzdem waren wir grundsätzlich wegen des Trainings mit Großmeister Randy Remolin dort, den wir ganz unprätentiöse Randy nennen durften. Dieses kleine Detail unterstreicht die freundschaftliche Atmosphäre im Kombatan, die GM Randy als Headcoach für Europa bisher als Klammer um jeden seiner Lehrgänge gezogen hat. Rücksicht und Respekt gegenüber den Übungspartnern, Rücksicht und Respekt aber auch gegenüber anderen Kampfstilen. Denn auch diesmal hat er wieder ganz richtig hervorgehoben, dass Arnisadores als Kampfkünstler mit ihrem Fokus auf den Umgang mit Hieb- und Stichwaffen, eine besondere Verantwortung in der Auseinandersetzung tragen.

Und so waren die Trainingseinheiten an diesem Wochenende geprägt vom fließenden Wechsel zwischen waffenlosen und bewaffneten Techniken. Randy zeigte uns Möglichkeiten aus dem grundlegenden Palis-Palis heraus eigene Techniken einzubauen, ganz nach individuellen Vorlieben und vor dem Hintergrund unserer jeweiligen kampfkünstlerischen Historie. Das war konstitutionell und mental fordernd aber auch immer mit viel Spaß verbunden. Es war schön festzustellen, dass es sich mittlerweile auszahlt auch zuhause auf philippinischem Niveau zu trainieren. Dadurch fiel uns die Adaption bei diesem internationalen Event leicht und wir kamen weg vom bloßen Wiederholen des Gesehenen hin zur spielerischen Anwendung.

Selbstverständlich gab es auch in diesem Jahr eine gesellige Abendveranstaltung in einem sehr angenehmen Burger-Restaurant mit exzellenten Speisen zu exzellenten Preisen. Wir hatten viel Spaß bei Bier, Baileys und witzigen Gesprächen mit unseren Kollegen aus Deutschland und Europa. Das alles eine perfekte Grundlage um uns bei der nächsten gemeinsamen Veranstaltung wieder als Freunde und Aficionados begegnen zu können.

 

 


Anno
2026
Autore del testo
Marko G.
Nome del fotografo
Torsten Z.